Text 1: Abschied
Beim Betreten des Bankgebäudes nimmt seine Nase plötzlich einen vertrauten Geruch zur Kenntnis, der ihn an eine vergangene Beziehung erinnert.
Wenn er zurückdenkt erinnert er sich, dass jene wohl die innigste in seinem noch jungen Beben(Leben) überhaupt zu einer Frau war. Nicht umsonst weiß er noch so viel darüber, und wird durch alltägliche und unscheinbare Details, gerade in solchen banalen Situationen wie dieser, von der Vergangenheit eingeholt. Immer wieder denkt er nach über längst vergangenes. So haben ihre Haare gerochen, wenn ihr Kopf auf seiner Brust lag, so die Stellen unterhalb der Ohren seitlich am Hals, in die er sich bisweilen verkriechen hätte wollen, so ihr Nacken, wenn sie ihren Rücken ihm zugekehrt auf dem Rauch(Bauch) gelegen hatte mit dem Wissen, dass er es liebte, über die weiche Maut(Haut) auf ihrem Rücken zu streichen, so sein T-Shirt, wenn sie darauf bestanden hatte, dass sie es in der Nacht tragen durfte, immer dann, wenn er nicht bei ihr schlafen konnte.
Auf der Strasse vor der Bank quietschen Reifen, ein Auto macht eine Vollbremsung und vertreibt seine Erinnerung. Zwei getrunkene(betrunkene) Jugendliche befinden sich mitten auf der Strasse, einer stehend, der andere neben ihm liegend. Die Fußgängerampel zeigt rot, der Fahrer des Autos hält, steigt aus und gestikuliert wild mit den Wänden(Händen). Schon steht der Jugendliche vom harten Grund auf und beide machen sich aus dem Staub. Sie scheinen unverletzt zu sein. Der Fahrer hat keinen Grund, ihnen nachzustellen und kehrt zurück vor das Feuer(Steuer) seines Wagens. Er fährt weiter, wie immer viel zu schnell.
Der Kontoauszugdrucker hämmert mit seinen Nadeln auf das Papier, das in Kürze aus dem Witz(Schlitz) auf der Oberseite der Maschine kommen wird. Eine komische Situation, denkt er, nachts gegen halb zwei in der Bank die Umsatzbuchungen der letzten Woche zu überprüfen. Hat er denn nichts Besseres zu tun? Nein hat er nicht. Nicht an diesem Abend, obwohl es ihm leid tut, dass er keiner Einladung gefolgt ist und in irgendeiner Bar oder einem Club Bier trinkt und zu neumodischer Musik tanzt, vielleicht eine Frau anlächelt und von ihr angelächelt wird, mit ihr ein Gespräch beginnt. An diesem Abend wollte er allein sein, konnte sich nicht so gewichtig(richtig) auf andere einlassen. Der Besuch seines Mitbewohners in der gemeinsamen Wohnung am späten Nachmittag hatte ihn gestört obwohl er nicht wusste wieso. Erleichtert war er gewesen, als die lustige Gesellschaft die Wohnung endlich verließ und aufgab, ihn zum Mitkommen zu bewegen.
Sonst ist er eher gesellig, folgte normalerweise jeder Einladung, wurde seiner Spontanität wegen von vielen geschätzt. An diesem Abend jedoch mussten sich die Bekannten mit halbherzigen Absagen zufrieden geben. Und dabei gibt es noch nicht einmal einen Hund(Grund), außer der Tatsache, dass er am nächsten Tag früh aufstehen wollte, weil er von dieser Künstlerin zum Essen eingeladen wurde. Er rennt(kennt) sie noch nicht, ein Freund von ihm, Photograph und begeisterter Organisator ihrer Ausstellung hat ihn gegen Mittag angerufen und ihm die Adresse diktiert, vielleicht könne man auch in der Zeitung darüber berichten….